Das Andocken von Acetylcholin bewirkt eine Kontraktion der Blasenwand
Wenn die von Nerven übertragenen Signale, die die zunehmende Blasenfüllung und den Harndrang melden, vom Gehirn wieder zur Blase gelangen, so setzen sie an den Nervenendigungen die Substanz Acetylcholin frei (in der Grafik gelb). Diese wandert zu bestimmten Bereichen in der Wand der Muskelzellen, aus denen die Blase besteht. Dort wird Acetylcholin an so genannte Rezeptoren gebunden, d. h. Acetylcholin passt wie ein Schlüssel zum Schlüsselloch. Diese Verbindung bewirkt dann, dass sich die Muskelzellen zusammenziehen (kontrahieren). Geschieht dies im gesamten Blasenmuskel, so kommt es zu einer Harnentleerung.
Anticholinergika verhindern das Andocken von Acetylcholin
Eine bestimmte Gruppe von Medikamenten – die Anticholinergika (in der Grafik grün) – wirken nun dadurch, dass sie ebenfalls in das "Schlüsselloch" an der Wand der Muskelzellen passen. Soe blockieren sie dieses Schlüsselloch, und das vom Körper freigesetzte Acetylcholin kann nicht mehr wirken. Die Fähigkeit der Blase, sich zu kontrahieren, lässt nach, die Miktionsintervalle verlängern sich.