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Selbst Personen im höheren Alter mit typischer "Altersblase" sollten die Möglichkeiten einer Blasenrehabilitation durch spezielle Trainingsmethoden nutzen. Denn sie können durchaus zu einem verbesserten Blasenentleerungsmuster führen – vorausgesetzt, die Trainingsmethoden kommen indikations- und patientengerecht zur Anwendung.
Gelingt es, durch ein Toiletten- und Miktionstraining die Kontrolle über die Blasenentleerung zumindest teilweise zurückzugewinnen, kann dies dem Betroffenen eine erhebliche Verbesserung seiner körperlich/psychischen Situation bringen und ihm vor allem seine Selbständigkeit erhalten. Der Erfolg eines Trainings ist aber an bestimmte Voraussetzungen gebunden.
Entscheidend ist zunächst, dass Form und Schweregrad der vorliegenden Harninkontinenz durch die Trainingsmaßnahmen auch beeinflussbar sind. Dies ist in der Regel der Fall bei leichten Graden der Stress- und Dranginkontinenz oder einer sich aus beiden Formen ergebenden "Mischinkontinenz", die häufig mit dem Bild der typischen "Altersblase" gleichzusetzen ist. Ist eine Stressinkontinenz mitbeteiligt, sollte neben dem Toiletten- und Miktionstraining auch ein Beckenbodentraining durchgeführt werden. Sind jedoch beispielsweise ausgeprägte Schädigungen von Beckenboden und Schließmuskelsystem, Gebärmuttersenkungen oder andere Erkrankungen des Urogenitalbereichs auslösende Ursachen für die Harninkontinenz, kann man sich die Trainingsversuche sparen und es sind dringlich kausale, die Ursachen angehende Therapien einzuleiten.
Des weiteren sollten vor einem Toiletten- und Miktionstraining Harnwegsinfektionen und Blasenentzündungen ausgeschlossen bzw. ausgeheilt sein, weil infizierter Harn die Drangsymptomatik verstärkt und das Training dadurch sehr schwierig wird. Auch größere Restharnmengen führen zu einer erhöhten Miktionsfrequenz (Mikton ist der lat. Begriff für die natürliche Blasenentleerung), weil das den Harndrang auslösende Volumen schneller erreicht ist. Es ist also immer auf eine möglichst vollständige Blasenentleerung zu achten.
Nach der diagnostischen Abklärung der Harninkontinenz ist festzustellen, über welche Ressourcen der Betroffene verfügt, ob er noch ausreichend motiviert und entsprechend körperlich wie geistig mitarbeiten kann. Dabei ist zu bedenken, dass es gerade für ältere Menschen selbst bei sehr viel "gutem Willen" nicht einfach ist, ein Training konsequent durchzuhalten. Gut motiviert müssen aber auch die Pflegenden – Laien wie Fachkräfte – sein. Vor allem muss erkannt werden, dass das oftmals als "lästig" empfundene Toilettentraining beiden Seiten hilft und bei guter Planung und Organisation des Tagesablaufs keine Arbeitsüberlastung darstellt.
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