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Wodurch wird eine Harninkontinenz hervorgerufen?

Risikofaktoren und Erkrankungen als Auslöser

„Senkungen“ der weiblichen Beckenorgane
Die Organe im weiblichen Becken können sich „senken“, also tiefer treten. Bei Frauen mit schwachem Bindegewebe etwa kann die Gebärmutter ihre normale Lage verändern und dadurch auch die Blase sowie die Harnröhre in Mitleidenschaft ziehen. Häufig führt dies zu Problemen bei der Urinentleerung. Insbesondere Frauen mit mehreren vorausgegangenen Schwangerschaften sind hiervon betroffen.

Vergrößerung der Prostata
Die männliche Vorsteherdrüse (Prostata) umschließt die Harnröhre direkt unterhalb der Blase ringförmig. Diese Drüse kann sich in höherem Alter stark vergrößern und die Harnröhre einengen. Dadurch kann die Blasenentleerung behindert werden. Die Folge ist: vermehrter Harndrang, unvollständige Entleerung, wiederkehrende Blasenentzündungen mit Reizung der Blase und Inkontinenz.

Chronische Verstopfung

Ein ständig verstopfter Darm drückt auf die Blase und leistet einer Inkontinenz auch über Nervenreize Vorschub. Ständiges, verstärktes Pressen bei der Stuhlentleerung kann die Beckenbodenmuskulatur und damit den Verschlussapparat der Blase schädigen. Wird die Verstopfung beseitigt, verschwinden in solchen Fällen die Beschwerden der Harninkontinenz.  

Belastungen für den Beckenboden
Extremes Übergewicht macht den Beckenboden anfälliger für Inkontinenz. Nach Gewichtsabnahme kommt es häufig zu einer Besserung der Blasenbeschwerden. Wenn Frauen häufig oder ständig schwer tragen müssen, kann dies eine Inkontinenz begünstigen. Vermeiden Sie deshalb das Heben oder Tragen schwerer Dinge (nicht über zehn Kilogramm). Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronische Bronchitis üben durch den andauernden Husten wiederkehrenden Druck auf die Beckenbodenmuskulatur aus. Sie schwächen damit den Schließmuskel der Harnblase nachhaltig. Hier hilft die Behandlung der Grunderkrankung ebenso wie konsequentes Training des Beckenbodens. 

Blasenentzündungen
Die kurze Harnröhre und ihre Mündung in unmittelbarer Nähe der Scheide machen Frauen anfälliger für Blasenund Harnröhrenentzündungen. Bakterien können leicht in die Harnwege gelangen und „aufsteigen“. Hinter gehäuftem Harndrang kann sich in vielen Fällen eine Entzündung der Blase verbergen.

Medikamente
Bestimmte Medikamente können eine Inkontinenz verursachen oder verstärken. Hierzu zählen z.B. Entwässerungsmittel (Diuretika), die zu einer vermehrten Harnausscheidung führen. Aber auch verschiedene blutdrucksenkende (z.B. Betablocker) und antidepressiv wirkende Mittel können die Muskulatur der Blase beeinflussen. Besprechen Sie sich dazu mit Ihrem Arzt.
 

 

Alter
Mit zunehmendem Alter werden die Schleimhäute von Blase, Harnröhre und Scheide dünner und anfälliger für Infektionen und Verletzungen. Auch die Blasenwandmuskulatur wird schwächer. Ältere Menschen mit wenigen Sozialkontakten können überdies ihre geistige Leistungsfähigkeit einbüßen und an Störungen der Hirnleistung leiden. Auch dies kann eine Inkontinenz weiter begünstigen.

 

Steinleiden oder Tumoren des Urogenitalsystems
In sehr seltenen Fällen können ein Steinleiden oder ein Tumor im Harnsystem eine Inkontinenz verursachen. Solche Beschwerden machen sich sehr plötzlich bemerkbar. Gegebenenfalls ist Blut im Urin beigemengt. Suchen Sie bitte in diesem Fall sofort Ihren Arzt auf.

 

Akute Erkrankungen
Eine Inkontinenz nach Operationen, Unfällen oder Krankheiten kommt häufiger vor. Sie ist meist jedoch nur von kurzer Dauer.

 

Seelische Probleme
Psychische Ursachen unterschiedlichster Art können zur Entstehung einer Inkontinenz mit beitragen oder diese hervorrufen, etwa Verunsicherung durch veränderte Lebenssituation, Vereinsamung oder depressive Erkrankungen.  

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