Die Erfolgsaussichten bei einer behandelten Inkontinenz sind in der Regel sehr gut: Immerhin 80-90% der Betroffenen geht es nach einer Therapie deutlich besser. Deshalb möchten wir Ihnen an dieser Stelle erneut vorschlagen, zunächst einen Arzt aufzusuchen. Er kann die Form der Inkontinenz feststellen und eine für Sie optimale Therapie einleiten. Wir stellen Ihnen im Folgenden vor, was Sie begleitend zu den Maßnahmen des Arztes selbst dazu beitragen können, die Behandlung so wirkungsvoll wie möglich zu gestalten.
Alternative Methoden als begleitende und unterstützende Maßnahmen
Wichtig: Bevor Sie sich diesen alternativen Therapien zuwenden, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt beraten, damit keine notwendigen anderen Behandlungsmöglichkeiten versäumt werden.
Die Reflexzonentherapie gilt als sehr erfolgreiche Behandlungsmethode. Gerade ältere Menschen scheinen erstaunlich positiv und rasch auf diese natürlichen Heilreize anzusprechen. Als besonders erfolgreich gilt die Reflexzonentherapie am Fuß. Einzelne Studien belegen auch die Wirksamkeit von Hypnose, Akupunktur und Homöopathie.
Moderne Hilfsmittel zur Verbesserung der Lebensqualität
Zur Unterstützung der therapeutischen Maßnahmen gibt es verschiedene moderne Hilfsmittel, die Ihnen helfen, unbelastet weiter am sozialen Leben teilzuhaben. Im Folgenden stellen wir Ihnen dazu Hilfsmittel vor, die ermöglichen, dass Sie Ihrem gewohntem Leben nach wie vor unbeschwert nachgehen können.
Kondomurinale Bei Männern können Kondomurinale eingesetzt werden. Diese bestehen aus weichem Latex und werden sachgerecht von einer Pflegekraft angepasst. Das Kondom haftet entweder selbst oder wird mit speziellen Hautklebestreifen befestigt. Am unteren Ende des Urinalschlauchs befindet sich ein Ansatzstück, mit dem ein Auffangbeutel für Urin befestigt werden kann. Diese Auffangbeutel werden als Beinbeutel für bewegliche Personen und als Bettbeutel für die Nacht oder für bettlägerige Menschen angeboten. Die Beinbeutel können mit hautfreundlichen Klettbändern oder Manschetten sicher und unauffällig etwa an der Innenseite des Unterschenkels oder am Oberschenkel befestigt werden.
Ableitende Hilfsmittel Die ableitenden Hilfsmittel sind für Menschen mit schwerer und schwerster Inkontinenz gedacht. Dazu bringt der Arzt oder geschultes Fachpersonal durch die Harnröhre einen dünnen Kunststoffschlauch in die Blase ein. Von dort leitet dieser Dauerkatheter kontinuierlich Urin in einen Auffangbeutel ab, der entweder am Bein bei mobilen Menschen oder am Bett befestigt wird. Dieser Dauerkatheter sollte jedoch möglichst selten verwendet werden, denn spätestens nach einem Monat Liegezeit entwickeln sich Infektionen. Weniger Infektionsgefahr besteht beim suprapubischen Katheter, einem dünnen Kunststoffschlauch, der durch einen Einstich in die Bauchdecke oberhalb des Schambeins (suprapubisch) direkt in die Blase gelegt wird.
Tipp: Tragen Sie Ihre Einlage trotz des hohen Tragekomforts nicht zu lange. Wenn Sie Ihre Vorlagen in regelmäßigen Ab- ständen wechseln, vermeiden Sie zuverlässig das Auftreten von Pilz- und anderen Hautin- fektionen.
Aufsaugende/absorbierende Hilfsmittel Trotz wirkungsvoller Behandlungsmethoden bei Inkontinenz kann auf die Anwendung von absorbierenden (hochsaugfähigen) Inkontinenz-Einlagen und Inkontinenz-Slips vielfach nicht verzichtet werden. Gerade Frauen akzeptieren Inkontinenz-Einlagen sehr gerne. Mittlerweile wurde dünnes, leichtes Material entwickelt, das sehr diskret getragen werden kann. Aber auch für Männer gibt es passend geformte Inkontinenz-Einlagen, die angenehm und unauffällig zu tragen sind.
Diese Produkte garantieren hervorragende Sicherheit, da sie spezielles Saugmaterial enthalten. Dieses ist in der Lage, große Mengen Flüssigkeit vollständig zu binden. Auch bei Druck läuft nichts aus. Zudem bleibt die Haut fast vollkommen trocken. Hautprobleme und eine mögliche Geruchsbelästigung werden verhindert. Darüber hinaus bleiben Blasenprobleme aus, die durch den Kühleffekt von Nässe verursacht werden und die Inkontinenz verstärken können.
Für bettlägerige Personen und Menschen mit schwerer Inkontinenz werden Inkontinenz-Slips angeboten. Sie eignen sich auch sehr gut, wenn gleichzeitig eine Stuhl- und eine Harninkontinenz vorliegen. Wenn Sie qualitativ hochwertige Produkte wählen und regelmäßig wechseln, bleibt die Haut fast trocken. So verhindern Sie die Hautschäden, die als Folge von aggressiven Zersetzungsprodukten des Urins bei langen Kontaktzeiten auftreten können. Durch die verbesserte Hygiene und die einfache Handhabung werden nicht nur die Betroffenen, sondern auch pflegende Angehörige wesentlich entlastet.