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Wie stellt Ihr Arzt die Diagnose?

Erst nach einer korrekt gestellten Diagnose können die richtigen Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden. In diesem Kapitel „Wie stellt Ihr Arzt die Diagnose?“ finden Sie detaillierte Informationen darüber, welche einzelnen Untersuchungsschritte erforderlich sind. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Methoden vor, die von Allgemeinmedizinern durchgeführt werden.  

Es ist in der Regel für den Arzt nicht besonders schwierig, die Ursache für die Inkontinenz zu finden. Die diagnostischen Maßnahmen beschränken sich in den meisten Fällen auf wenige Untersuchungsschritte, die nicht schmerzhaft und auch nicht besonders unangenehm sind.  

Das persönliche Gespräch über ein sensibles Thema

Ihr Arzt wird Ihnen ein Tage-
buch mitgeben, in das Sie
unter anderem Ihre Trinkge-
wohnheiten und alle Toilet-
tengänge eintragen (Mik-
tionstagebuch).
Der erste und wichtigste Schritt besteht für Sie darin, sich dem Arzt anzuvertrauen. Machen Sie sich bewusst: Ihrem Arzt ist dieses sensible Thema durch seine tägliche Arbeit vertraut. Wenn Ihnen der Gedanke an ein Gespräch unangenehm ist, schreiben Sie zu Hause auf, was Sie dem Arzt sagen wollen. So finden Sie bereits zu Hause passende Worte und haben weniger Scheu beim Reden. Für den Arzt sind bestimmte Angaben sehr wichtig. Aus ihnen kann er in den meisten Fällen bereits die Form der Inkontinenz ableiten.

So wird er Sie fragen, bei welchen Gelegenheiten die Inkontinenz auftritt und wie viel Urin Sie verlieren und ob Sie dabei Harndrang haben. Wichtig ist auch, ob bereits früher Krankheiten im Bereich der Harnwege und Geschlechtsorgane aufgefallen sind und behandelt wurden. Bitte teilen Sie Ihrem Arzt mit, welche Medikamente Sie einnehmen und ob Sie an einer chronischen Erkrankung leiden.  

Körperliche und labordiagnostische Untersuchungen als Grundlage der Behandlung

Körperliche Untersuchung
Ihr Arzt untersucht die Geschlechtsregion und den Darm nach äußerlich sichtbaren Ursachen für Inkontinenz. Bei Frauen wird dazu meist zusätzlich eine Untersuchung durch den Frauenarzt empfohlen.

Untersuchung des Urins
Sie geben Ihrem Hausarzt eine Urinprobe ab, die auf Bakterien, Eiter, Blut und andere Substanzen untersucht wird. Diese können auf Entzündungen oder Nierenstörungen hinweisen.

Untersuchung des Blutes
Durch eine Blutprobe kann der Arzt erhöhte Blutzuckerwerte oder eine gestörte Tätigkeit der Nieren feststellen.

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung ist eine schmerz- und nebenwirkungsfreie Methode, bei der ein Schallkopf über Ihren Bauch geführt wird. Der Schallkopf sendet Signale, die von den Oberflächen der Organe zurückgeworfen und auf einem Bildschirm abgebildet werden. So kann festgestellt werden, ob Nierensteine, Tumoren oder eine Harnstauung vorliegen. Eine gesenkte Gebärmutter oder eine vergrößerte Prostata lassen sich ebenfalls feststellen.  

Fachärztliche Untersuchungen für mehr diagnostische Sicherheit

Falls Ihr Hausarzt die Ursache der Inkontinenz nicht vollständig abklären kann, können weitergehende Untersuchungen durchgeführt werden. Auf solche Untersuchungen haben sich z.B. Urologen oder manche Frauenärzte spezialisiert.

Ein einfaches diagnostisches Verfahren ist die Untersuchung des Harnflusses (Uroflow). Dazu müssen Sie Urin in einen speziellen Trichter entleeren. Mit dieser Untersuchung kann festgestellt werden, ob ein Hindernis den Ausfluss der Blase stört und ob die Blase genügend „Kraft“ aufbringen kann, den Urin hinauszubefördern.

Bei einer Blasenspiegelung wird ein dünnes optisches Instrument in die Harnröhre und die Blase und die Harnleitermündung eingeführt. Wenn sie richtig durchgeführt wird, ist diese Untersuchung fast schmerzlos. Mit ihr kann beurteilt werden, wie die Harnröhre, Blase und Mündungen der Harnleiter in die Blase beschaffen ist.

Röntgenuntersuchungen können Harnleiter, Harnblase und Harnröhre darstellen, außerdem sind verschiedene Funktionstests mit und ohne Kontrastmittel möglich.

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