Da der Diabetes mellitus Typ 2 im Alter weit verbreitet ist, sind auch Blutzuckerentgleisungen mit zu hohen oder zu niedrigen Blutzuckerspiegeln (Hyperglykämie und Hypoglykämie) häufig auftretende Notfallsituationen, die insbesondere allein lebenden Diabetikern sehr bedrohlich werden können.
Hyperglykämie
Bei der Überzuckerung (Hyperglykämie) ist die Symptomatik: starker Durst, häufiges Wasserlassen, Abgeschlagenheit, psychische Verstimmung; bei fortschreitender Hyperglykämie Übelkeit, Erbrechen, Herzjagen, niedriger Blutdruck, Fieber, schließlich Koma.
Ursachen: Zu hohe Glucosekonzentration im Blut, zunehmend mehr als 180 mg/dl. Wird nicht eingegriffen, kann sich daraus innerhalb von Stunden oder Tagen das „diabetische Koma" entwickeln. Häufige Auslöser sind Infekte, Ernährungsfehler, Unterdosierung oraler Antidiabetika bei Typ-2-Diabetes, unzureichende Insulinzufuhr bei Typ-1-Diabetes.
Sofortmaßnahmen: Bei Verdacht auf ein hyperglykämisches Koma sofort ärztliche Hilfe veranlassen.
Hypoglykämie
Bei der Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommt es zu Schweißausbrüchen, Blässe, Unruhe, Zittern, Heißhunger, Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- und Sehstörungen.
Ursachen: Zu niedrige Glucosekonzentration im Blut (weniger als 50 mg/dl), kann unbehandelt zum hypoglykämischen Schock mit Bewusstseinsverlust führen. Oft ausgelöst durch Überdosierung bzw. nicht an den Bedarf angepasste Menge oraler Antidiabetika oder Insulin, ungewohnte körperliche Tätigkeiten, Auslassen von Mahlzeiten. Achtung: Nach Alkoholgenuss können Unterzuckerungen zeitlich stark verzögert auftreten.
Sofortmaßnahmen: Ansprechbaren Patienten zuckerhaltige Getränke trinken lassen. Bei Bewusstlosigkeit Patienten keine Getränke einflößen oder Traubenzucker in die „Wangentasche" geben, da der Patient daran ersticken könnte. Besser gleich den Notarzt rufen. Die Zufuhr von Glucose erfolgt dann über eine Infusion. Patienten in stabile Seitenlage bringen, Atemwege frei machen.