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Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems

Ganz obenan bei den Notfallsituationen im Alter dürften Herz-Kreislauf-Notfälle stehen, oft als Folge von Arteriosklerose, die das Alter fast unausweichlich begleitet.

Bei einem Herzinfarkt/Herzanfall sind typische Symptome: Der Patient ist blass oder zyanotisch (= bläuliche Hautverfärbung) und kaltschweißig. Er zeigt Unruhe und Angst. Schmerzen bestehen hinter dem Brustbein, manchmal tritt auch nur linksseitig starker Schmerz auf, eventuell Schmerzausstrahlung in den linken Arm oder in beide Arme, Schultern, Unterkiefer, Oberbauch, Rücken. Der Puls ist oftmals nicht tastbar, manchmal aber auch tachycard (= schnell jagend), häufig arrhythmisch. Der Patient kann bewusstseinsgetrübt bis bewusstlos sein. Manchmal findet man auch nur Übelkeit und Erbrechen als alleiniges Zeichen. Atypische Symptome treten häufig insbesondere bei alten  Patienten oder Diabetikern auf: nur geringer Schmerz, isolierter Bauchschmerz, aktue Verwirrtheit bzw. Verschlechterung des Allgemeinzustandes oder diabetisches Koma, unerklärliche Synkope (= anfallartige, kurz dauernde Bewusstlosigkeit), Dyspnoe (= Atemnot mit Lufthungergefühl) oder Lungenödem.

Ursachen können typische Risikofaktoren sein wie Bluthochdruck, Nikotinabusus, Diabetes mellitus, Adipositas, Hyperlipidämie oder Stress. Im Vorfeld können Herzrhythmusstörungen stehen, gelegentlich wurde schon einmal ein Herzinfarkt durchgemacht, u. U. sind die Schmerzen nach physischer oder psychischer Belastung aufgetreten.

Sofortmaßnahmen: Notarzt rufen, Symptome möglichst genau beschreiben, Patienten beruhigen. Dem Patienten zu einer herzentlastenden Oberkörper-Hochlagerung verhelfen (reduziert den venösen Blutrückstrom zum Herzen); bei Lungenödem (am Blubbern und Rasseln beim Atmen zu hören) Beine herabhängen lassen. Falls durch Vorerkrankungen Nitropräparate verfügbar sind, Kapseln oder Spray in der gewohnten Dosierung verabreichen. Bei Bewusstlosigkeit Patienten in stabile Seitenlage bringen. Kommt es zum Herz-Kreislauf-Stillstand (an beiden Seiten des Halses kein Puls mehr fühlbar), sofort mit Herzdruckmassage und Atemspende (Reanimation) beginnen.   

 

Die ABCD-Regel zur Reanimation

A = Atemwege freimachen

Rasche Inspektion der Mundhöhle und, falls erforderlich, Mundhöhle schnell ausräumen. Durch maximales Überstrecken des Halses Atemwege frei machen. Der Bewusstlose liegt auf dem Rücken, der Helfer kniet seitlich daneben.
Kopf mit einer Hand am Kinn, mit der anderen oberhalb der Stirn fassen, stark nach hinten beugen und in dieser Stellung festhalten. Vielfach kommt es bereits durch die Überstreckung wieder zur selbstständigen Atmung.

B = Beatmen

Zeigt die Überstreckung keinen Erfolg, sofort mit der Mund-zu-Nase- oder Mund-zu-Mund-Beatmung beginnen. Überstreckte Lagerung beibehalten, mit der Hand am Kinn Mund verschließen. Kräftig einatmen und Ausatmungsluft in die Nase des Bewusstlosen blasen.
Dabei mit den Lippen fest seine Nase umschließen. Pro Minute etwa 12-15 Atemstöße geben. Während dem Luftholen nach jedem Atemstoß kontrollieren, ob sich der Brustkorb wieder senkt. Am Heben und Senken lässt sich die richtig durchgeführte Beatmung erkennen. Die Beatmung so lange fortsetzen, bis der Patient wieder selbst atmet oder fachliche Hilfe eintrifft.

C = Circulation (Kreislauf) herstellen

Wenige Minuten entscheiden über Leben und Tod. Ist an beiden Seiten des Halses kein Puls mehr zu fühlen, sofort mit Herzdruckmassage beginnen. Betroffenen auf möglichst harter Unterlage lagern. Der Helfer kniet seitlich daneben. Mit aufeinander gelegten Handballen das Brustbein im unteren Bereich gegen die Wirbelsäule drücken. Die Arme dabei gestreckt lassen. Bei Herz-Kreislauf-Stillstand muss gleichzeitig beatmet werden, deshalb Atemspende und Herzdruckmassage im Wechsel durchführen.
Der Helfer ist allein: abwechselnd zwei Beatmungen und 15 Herzkompressionen mit einer Frequenz von 80 Kompressionen pro Minute; immer mit Atemspende beginnen. Bei zwei Helfern: mit zwei Atemspenden beginnen; danach abwechselnd fünf Herzkompressionen durch den ersten Helfer (Frequenz ebenfalls 80 pro Minute) und eine Beatmung durch den zweiten Helfer. In Abständen von ca. einer Minute Pulskontrolle.

D = Drugs (Medikamente) verabreichen

Meist über einen venösen Zugang werden entsprechende Medikamente für die kardiopulmonale Reanimation gegeben.

 

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