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Notfälle in der Geriatrie

Notfallsituationen sind in der Geriatrie keine Seltenheit. Unfälle, plötzlich auftretende Erkrankungen oder die krisenhafte Zuspitzung bestehender Erkrankungen führen oft in kritische Grenzbereiche, die den Ersthelfern zielstrebiges, besonnenes Handeln abverlangen.

Die Menschen werden immer älter, und mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, eine Notfallsituation zu erleiden. Was sind die Ursachen dafür? Hier ist zunächst einmal der alterstypische Organabbau zu nennen. Er stellt an sich natürlich keine Krankheit dar, verringert jedoch körpereigene funktionelle Reserven, die bei Erkrankungen zur Kompensation (= Ausgleich) mangelhafter Organfunktionen notwendig wären. Kann aber nun im Falle akuter Ereignisse nicht mehr ausreichend kompensiert werden, kommt es leichter zu Komplikationen und Notfallsituationen. Ein Beispiel für eine solche Dekompensation ist, wenn das Altersherz bei einem Blutdruckabfall nicht mehr in der Lage ist, die entstehende Minderversorgung durch eine Frequenzsteigerung auszugleichen.

Auch die bei alten Menschen häufig anzutreffende Multimorbidität (d. h. der alte Mensch leidet gleichzeitig an mehreren, meist chronischen Krankheiten) verschlechtert die Kompensationsmechanismen. Die verschiedensten Ereignisse – etwa plötzlich auftretendes hohes Fieber oder Infekte – können dann vielschichtige, bedrohliche Krisen auslösen, die oft nicht nur den Ersthelfer, sondern auch den Arzt vor schwierige Aufgaben und Entscheidungen im Hinblick auf die Notfalltherapie stellen.

Als Auslöser für Notfälle im Alter müssen aber auch Medikamente in Betracht gezogen werden, wobei mitunter mehrere Faktoren zusammentreffen, die die Gefährlichkeit einer Medikation ausmachen: Im Alter verändern sich beispielsweise die Reaktionen auf Medikamente, was zu verstärkter Wirkung führen kann; unkontrollierte bzw. unkoordinierte Mehrfachverordnungen provozieren riskante Einnahmefehler oder Dosierungen sind für den alten Menschen zu hoch.

Und schließlich sind die im Alter häufigen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Demenzerkrankungen oder sonstige Hirnleistungsstörungen zu nennen, die Unfällen und physischen wie psychischen Notfallsituationen den Boden bereiten.

Der ältere und alte Mensch ist aufgrund seiner besonderen somatischen und psychosomatischen Situation also geradezu prädestiniert für Notfälle, die zudem – anders als bei jüngeren, gesunden Menschen – mit höheren Komplikationsraten belastet sind.

Kennt man aber die Notfallrisiken, denen der einzelne Pflegebedürftige ausgesetzt ist, müsste es so manches Mal möglich sein, typische Notfallsituationen vorausschauend zu verhindern. Vor allem sind es die krisenhaften Zuspitzungen bestehender Erkrankungen, die oft gar nicht so „plötzlich" auftreten, sondern sich durch bestimmte Symptome ankündigen. Beispiele sind Atemnot, Lufthungergefühl (Dyspnoe) und ein Beinödem im Vorfeld einer dekompensierenden Herzinsuffizienz, flüchtige neurologische Ausfälle bei transitorisch ischämischen Attacken (TIA) oder Seh- und Sprachstörungen als Vorboten eines Schlaganfalls.

Typische Notfallsituationen

Herz-Kreislauf-System
Austrocknung
Lungenödem
Blutzuckerentgleisungen
Stürze
 
   
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